Wo der Wind die Namen trägt von Anja Jonuleit
Ein historischer Roman, der auf realen Ereignissen in der Lüneburger Heide am Ende des 2. Weltkriegs basiert.
Die über 80-jährige Inge Sundermann wird zum Klassentreffen ihrer Grundschule in der Lüneburger Heide eingeladen.
Die gealterte Opernsängerin möchte zuerst gar nicht auf das Klassentreffen gehen - am liebsten möchte sie alles verdrängen. Doch nach und nach fallen Inge immer mehr Dinge ein: Von der Idylle auf den Bauernhof, wo sie mit ihrer Mutter nach dem Krieg Unterschlupf fand. Von ihrer Mutter - beliebter Ärztin in der Gegend, die sogar ein Verdienstorden für die Rettung von 200 Kindern bekam. Aber auch von der Frauenleiche, die Inge fand.
Inge Sundermann reist dann doch mit ihrer Enkelin und ihrem Urenkel nach Miele nahe Bergen-Belzen.
Ein hervorragend recherchiertes Buch von Anja Jonuleit. Mich hat das Buch vor allem so bewegt, weil es einen eindringlich ermahnt, nicht die Geschichte zu verdrängen und die familiäre Schuld nicht wegzuwischen. Nur wenn man Taten benennt, kann man eine Wiederholung der Geschichte verhindern.

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