Alleinruhelage von Eva Menasse

Lesegenuss mit viel Charme, sanfter Selbstironie und kluger Beobachtungsgabe.

Mit ihrem neuen Buch hat mich Eva Menasse (die ich schon für ihren grandiosen Familienroman „Vienna“ sehr verehrte), erneut völlig um den Finger gewickelt.

Unglaublich, mit welchem Charme, mit welch sanfter Selbstironie und kluger Beobachtungsgabe sie Episoden aus ihrem Leben zu einer äußerst unterhaltsamen Geschichte verwebt. Dreh- und Angelpunkt ist ihr Anfang der 2000er Jahre gekauftes Wochenendhaus im Brandenburgischen Forst, nahe eines Badesees, das zu DDR-Zeiten eine Gaststätte in einem verwilderten Garten beherbergte.  Doch „Haus, ich verkaufe dich“ erfährt man schon in der ersten Zeile des Buches und darf dann an den Erinnerungen der Ich-Erzählerin teilhaben, die munter zwischen den Zeiten und Lebensphasen springen.

Da lernt man zum Beispiel eine eher feindselige Gemeinschaft von nahen Datschenbewohnern kennen und einen undurchsichtigen Nachbarn, der sich selbst als „rote Socke“ bezeichnet. Wühlmaus- und Algenbekämpfung stehen auf der Tagesordnung und Kinder in schwierigen Phasen, eine Ehe driftet auseinander und gute Freunde helfen über vieles hinweg… bis hin zum hinreißenden polnisch-moldawischen Handwerkerehepaar, die das Haus ruckzuck verkaufsfähig bekommen. Sogar zurück in die Kindheit der Autorin geht es und das erinnert dann endgültig an den Schmäh von „Vienna“… Was für ein schönes Buch!

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