Der Fährmann von Regina Denk
Ein atmosphärisch düsteres Familiendrama am Anfang des 20.Jahrhunderts
Die Geschichte des Romans spielt an der deutsch-österreichischen Grenze an der Salzach - Anfang des 20. Jahrhunderts, zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Wir begleiten vier junge Menschen beim Erwachsenwerden. Da ist zum einen Hannes, der Fährmann. Er bringt Tiere, Güter und Menschen über den Fluss von Österreich nach Deutschland - und dies tagein, tagaus. Immer unter großer Gefahr. Die Arbeit erlaubt es ihm nicht, eine Familie zu gründen. Der Fährmann hat ledig zu bleiben.
Dabei gibt es jemanden, dem er zugetan ist: Seine Jugendfreundin Elisabeth. Doch sie wird jemandem anderen versprochen: Josef. Ein Großbauer. Ein brutaler, rücksichtsloser Machtmensch. Und dann ist da noch Annemarie. Wirtstochter. Eng befreundet mit Elisabeth und Hannes.
Wir folgen auf 350 Seiten dem Leben dieser vier Menschen. Es ist eine Geschichte über Freundschaft, Liebe, Neid und Schuld. Da ist alles drin. Regina Denk beschreibt dabei keine heile Bauernwelt. Es ist eine Welt von harter Arbeit. Eine Welt, wo Männer stark sind und das Sagen haben. Eine Welt, wo Frauen sich fügen müssen. Man fügt sich in sein Schicksal als Frau, weil “das schon immer so war”.
Sie werden das Buch nicht mehr weglegen können. Es ist düster, es ist eine atmosphärisch dunkle Geschichte. Absolut fesselnd erzählt, mit einer wunderbaren leichten Sprache. So schafft Regina Denk beispielsweise beim Lesen eine Dialektfärbung, ohne im Dialekt zu schreiben. Ganz große Empfehlung!

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