Gelbe Monster von Clara Leinemann

Ein temporeicher Roman über weibliche Wut.

Gelbe Monster ist ein Buch über Gewalt und Aggression in der Beziehung. Nur: Hier geht die Gewalt von der Frau aus. Diese Frau heißt Charlie. Mathematikstudentin. Ende Zwanzig. Wir lernen Charliekennen, wie sie mit blauem Auge und Gips in der U-Bahn sitzt. Sie ist widerwillig auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Dieser Kurs ist die Bedingungen ihrer besten Freundin, dass sie weiter bei ihr wohnen bleibt, denn in ihre alte Bude kann Charlie nicht zurück. Was ist passiert? 

Charlie hat sich in Valentin - eine Zufallsbekanntschaft - verliebt. Anfangs ist Charlie voller Liebes-Euphorie, diese schlägt aber bald in Unsicherheit und Selbsthass um. Beides kann  ihr Valentin auch nicht nehmen. Die Wut wächst, Beschimpfungen und Aggression nehmen zu. Auch gegen sich selbst. Bis … das Ganze eskaliert. 

“Gelbe Monster” ist ein sehr temporeiches Buch mit großer Sogwirkung. Leinemann erzählt  ein “schweres”, unangenehmes Thema mit sprachlicher Leichtigkeit. Dabei ist es interessant, wie Leinemann die tradierten Machtdynamiken und Standard-Rollenmuster in einer Beziehung auf den Kopf stellt und gleichzeitig auch die Komplexität von Beziehungen herausstreicht.. 

Zweifelsohne ist Charlies Verhalten gewalttätig und toxisch, aber Carla Leinemann hat mit Charlie - man mag es kaum glauben - auch einen liebenswerten Charakter geschaffen. Nach diesem starken Debüt freue ich mich darauf, mehr von Clara Leinemann zu lesen.

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