Ferne Heimat Altmontal von Michael Riepl

Zerrieben zwischen Stalin und Hitler - eine fast unglaubliche Lebensgeschichte

314 maschinengeschriebene Seiten erhielt Michael Riepl nach dem Tod seiner Großmutter, der Hausärztin Hedwig Krämer, die viele Jahre in Sindlbach bei Neumarkt praktizierte. Sie berichtete darin in pragmatischen Worten von ihrem nahezu unglaublichen Lebensweg, von dem ihr Enkel nichts ahnte.

Hedwig wurde 1919 als Kind einer deutschen Siedlerfamilie auf einem Bauernhof in der Südostukraine geboren und hatte eine glückliche Kindheit, bis Stalin die Deutschen als „Kulaken“ verleumdete.  Ausgrenzung, Verfolgung, Hunger und extreme Armut prägten nun das Familienleben. Als Einzige ihrer Familie entkam Hedwig auf abenteuerlichen Wegen nach Aserbaidschan. Zurück in der Ukraine wurde sie Hilfsärztin, und konnte Mutter und Geschwister ernähren, als der Vater nach Sibirien deportiert wurde.

Doch damit nicht genug, die Deportation aller Deutschen war bereits im Gang, als die Wehrmacht ins Land kam – die in den deutschen Siedlern keine schutzbedürftigen Menschen, sondern allenfalls Zwangsarbeiter/innen sah. Und Hedwig nutzte ihre Chance, nach Deutschland zu gelangen ...

Michael Riepl hat dieser starken, unbeugsamen Frau ein faszinierendes Portrait gewidmet, das er mit Episoden aus seinem eigenen Leben verwoben hat. Als Jurist und Menschenrechtsspezialist konnte er bei Einsätzen in der Ukraine und im Kaukasus – auch dank seiner Russischkenntnisse – auf Spurensuche im Leben der Großmutter gehen. Ein großartiges Buch, unbedingte Leseempfehlung!

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